Kategorie: Wochenrückblick

Im DAX-Wochenrückblick berichtet die Bullenbrief-Redaktion jede Woche über das Geschehen an der Börse. Der Fokus liegt dabei beim DAX, aber auch bedeutende globale Einflüsse werden berücksichtigt. Am Ende eines jeden Wochenberichts gibt die Redaktion einen Ausblick zur eigenen Einschätzung für die Entwicklung an den Börsen.

  • DAX-Wochenrückblick vom 22.9.2012

    Nach einem zunächst ruhigen Handelsverlauf legte der DAX am Freitag deutlich zu und beendete die Woche mit einem Kursgewinn von 0,5 Prozent. Der Deutsche Aktienindex legte damit 39 Punkte zu und ging bei einem Indexstand von 7.451,62 Punkten ins Wochenende. Damit markierte der DAX in der vergangenen Woche ein neues Jahreshoch. Angetrieben wurde der Kursgewinn am Freitag durch den großen Verfallstermin, dem sogenannten Hexensabbat. Viele Marktteilnehmer hatten auf steigende Kurse gesetzt und dies hat die Aktienkurse klettern lassen. Im Wochenverlauf sorgten bereits in den USA positive Nachrichten zur Entwicklung der Immobilienpreise, die in den USA die Subprime-Krise ausgelöst hatte, für ein Börsenumfeld mit steigenden Aktienkursen. In Deutschland entwickelte sich der ZEW-Konjunkturindikator positiv, auch wenn auf einem geringen Niveau.

    Unter den DAX-Aktien legten die Papiere des Waschmittelherstellers Henkel mit 4,1 Prozent auf 62,78 Euro am stärksten zu. Bayer-Papiere verteuerten sich um 4 Prozent auf 67,50 Euro. Das Unternehmen verzeichnete Erfolge bei der Zulassung eines Augenmittels. Mit diesem Medikament wird der Umsatz von Bayer weiter steigen. Einen Fortschritt erzielt die Deutsche Telekom mit ihrer US-Tochter. Ein neuer Chef wurde verpflichtet, der die Geschäfte der schwachen Gesellschaft wieder voranbringen soll. Die T-Aktionäre setzen Vertrauen in diese Maßnahme – der Aktienkurs stieg um 3,6 Prozent auf 10,04 Euro.

    Gegen den Trend nach unten ging es mit den Papieren der ThyssenKrupp. Der Aktienkurs gab um 7,4 Prozent auf 17,12 Euro nach. Schwache Daten eines schwedischen Mitbewerbers sowie eine Abstufung durch die UBS haben die Kursentwicklung negativ beeinflusst. Die Aktie ging mit 17,12 Euro aus dem Handel. Eine schwache Prognose für den Automobilsektor hat auch die Aktie des Speicherchipherstellers infineon belastet. Der Kurs gab 6,2 Prozent auf 5,60 Euro nach. DAX-Absteiger MAN verbilligten sich um 4,5 Prozent auf 73,33 Euro.

    Neben MAN, die aufgrund des neuen Mehrheitsaktionärs Volkswagen einen deutlich reduzierten Streubesitz aufweisen, steigen auch die Aktien von Metro aus dem DAX30 Index ab. Bei Metro sorgte allerdings der Kursrückgang für einen Rückgang der Marktkapitalisierung, die nicht mehr für einen Verbleib im DAX ausreichte. Ersetzt werden die beiden Aktien durch die neuen DAX-Mitglieder Continental und Lanxess.

    Nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Wochen könnte das Tempo der Aufwärtsbewegung etwas zurückgehen. Nach wie vor sind die Aussichten aufgrund der hohen Liquidität für weitere Kursgewinne hervorragend. Deshalb erwarten wir in den nächsten Wochen weitere Jahreshöchststände.

  • DAX-Wochenrückblick vom 15.9.2012

    Mit einem Kursfeuerwerk und neuen Jahreshöchstständen hat der DAX die vergangene Handelswoche gefeiert. Der Deutsche Aktienindex legte 2,7 Prozent auf 7.412 Punkte zu. Damit notiert der Markt auf den höchsten Kursständen des Jahres. Für Kauflaune auf dem Börsenparkett sorgen positive Nachrichten im Rahmen der Schuldenbekämpfung. So legte die US-Fed weitere Liquiditätsprogramme auf und in Europe genehmigte das deutsche Bundesverfassungsgericht den Rettungsschirm ESM. Gleichzeitig engagiert sich die EZB mit Anleihekäufen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen das Zinsniveau für die schuldengeplagten Krisenländer in einen machbaren Bereich zu bringen. Gleichzeitig wird die hohe Liquidität durch die Notenbanken dazu führen, dass die Inflation steigt. Anleger flüchten deshalb verstärkt in Sachwerte. Da Aktien zu den Sachwerten zählen, beflügelt dies ebenfalls die Aktienmärkte. Einen positiven Auftrieb gab es auch beim Euro, der sich in den letzten Tagen besonders stark präsentierte.

    Die guten Nachrichten im Rahmen der Euro-Rettung und der damit verbundene Fortschritte hat einen Kurssprung bei den Aktien der Finanzbranche ausgelöst. Außerdem steigt damit die Chance auf ein wieder stärkeres Wirtschaftswachstum. Dies hat auch zu starken Kursgewinnen bei den konjunktursensiblen Aktien geführt. Unter den DAX-Aktien legten die Titel der Commerzbank mit einem Wochengewinn von 15 Prozent auf 1,60 Euro am stärksten zu. Aus dem Industriebereich legte der Stahlhersteller ThyssenKrupp 11 Prozent auf 18,49 Euro zu. Neben diesem positiven Umfeld profitierte die Deutsche Bank von der sehr gut aufgenommenen Präsentation der mittelfristigen Unternehmensziele. Diese lagen leicht über den Markterwartungen. Der Kurs für die Aktien der Deutschen Bank stieg um 8 Prozent auf 33,90 Euro. Der Automobilhersteller Volkswagen legte in diesem positiven Umfeld, beflügelt von wieder besseren Konjunkturschancen ebenfalls 8 Prozent auf 152,50 Euro zu. Nach Einschätzung der Goldman Sachs-Analysten hat die Aktie noch hohes Kurspotential. Die Experten haben ihr Kursziel von 261 Euro auf 300 Euro erhöht.

    Nur kurz ist dagegen die Aktie der Kursverlierer. Den höchsten Kursverlust von 3 Prozent verzeichneten die Dividendentitel von K+S. Die Aktie ging bei 37,85 Euro aus dem Handel. Ansonsten wird die Liste von defensiven Werten angeführt, die sich in einem konjunkturell positiven Umfeld naturgemäß schwächer entwickeln. Hierzu gehören Beiersdorf, Fresenius, Henkel und FMC mit einem Kursrückgang von 2 etwas mehr als 2 Prozent.

    Nachdem der Aktienmarkt in der vergangenen Woche die positive Entwicklung in Sachen Eurorettung gefeiert hat wird sich die positive Stimmung an den Märkten fortsetzen. Gerade institutionelle Investoren, die sich bislang eher defensiv verhalten hatten, werden auf den fahrenden Zug aufspringen müssen. Dies verhilft dem DAX zu immer wieder neuen Höchstständen. Kurzfristig könnten lediglich negative politische Entwicklungen wie z.B. die Entwicklungen im Nahen Osten oder in der arabischen Welt der positiven Kursentwicklung einen Dämpfer versetzen. Insgesamt sind wir jedoch zuversichtlich, dass die Kursgewinne anhalten werden und der DAX neue Jahreshöchststände markiert. Gar eine Entwicklung in Richtung 8.000 Punkte sollte im Rahmen einer Herbstrally und einer sich stabil entwickelnden Konjunktur möglich sein.

  • DAX-Wochenrückblick vom 8.9.2012

    Mit einem neuen Jahreshoch bei 7.214,5 Punkten hat der DAX die vergangene Handelswoche beendet. Damit legte der Deutsche Aktienindex 3,5 Prozent gegenüber dem Schlußstand der Vorwoche zu. Bereits zu Wochenbeginn entwickelte sich der DAX stark und kletterte über die 7.000er Marke. Schwache Umsätze aufgrund des Feiertages in den USA und unter den Erwartungen gebliebene Konjukturindikatoren aus China und den Euroländern konnten die positive Kursentwicklung beim DAX nicht bremsen. In den nächsten Tagen schwankte der DAX immer wieder um die 7.000er Marke. Meist notierte das deutsche Aktienbarometer unterhalb der 7.000er Marke, bis am Donnerstag die EZB die Aktienmärkte mit einem Anleihekaufprogramm der Euro-Schuldenländer in Feierlaune versetzte. Selbst negative Unternehmensdaten von intel und ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht konnten am Freitag die positive Stimmung auf dem Parkett nicht eintrüben. Der DAX legte auch am letzten Handelstag der Woche weiter zu.

    Die positiven Nachrichten von der EZB mit dem Anleihekaufprogramm verringert die Sorgen der Euro-Krisenländer. So ist es nicht überraschend, dass vor allem der Finanzsektor deutlich aufatmete. Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank sind die Wochengewinner mit zweistelligen prozentualen Kursgewinnen. Aktien der Deutschen Bank verteuerten sich um 10,9 Prozent auf 31,36 Euro. Die Dividendenpapiere der Commerzbank legten 10,3 Prozent auf 1,39 Euro zu. Eine Kursralley von 7,2 Prozent legten die Papiere von HeidelbergCement hin. Die Aktie ging bei 43,07 Euro aus dem Handel. Neben den Bankaktien profitierten auch die Aktien der Versicherer von der Entspannung der Eurokrise. Aktien des Versicherungskonzerns Allianz legten 5,8 Prozent auf 92,34 Euro zu. Münchener Rück verteuerten sich immerhin um 2,2 Prozent auf 120,30 Euro.

    Nach unten ging es mit den Papieren von MAN. Der LKW-Hersteller verlor 0,6 Prozent. Im Wochenverlauf wurde bekannt, dass die Aktie Ende September aus dem DAX fliegt. Durch den Einstieg von Volkswagen hat sich der Streubesitz von MAN deutlich verringert. Dadurch hat MAN die Kriterien für einen Verbleib im DAX nicht mehr erfüllt. Zum Wochenschluß notieren die MAN-Aktien bei 72,91 Euro. Fresenius Medical Care verloren mit 0,6 Prozent leicht an Wert auf 57,01 Euro. Deutsche Post gab 0,3 Prozet auf 15,40 Euro nach. Der Bund hat die Privatisierung der Aktie Gelb weiter vorangetrieben und ein Aktienpaket im Volumen von fast 930 Millionen Euro an institutionelle Investoren verkauft.

    In der kommenden Woche kann es nach dem starken Kursgewinn der letzten Handelstage durchaus zu einer gesunden Konsolidierung kommen. Andererseits erfolgte der Kursanstieg stets bei dünnen Umsätzen, was darauf hindeutet, dass zahlreiche Marktteilnehmer noch nicht investiert sind. Da gerade den insitutionellen Investoren mit den starken Kursgewinnen der Markt davonläuft, werden diese verstärkte bei weiter steigenden Kursen einsteigen müssen. Dies könnte die Aufwärtsbewegung weiter beschleunigen und den Aktienmärkten einen goldenen Herbst bescheren.